Anti-Aging: Alles Ansichtssache?

Januar 2017

Bei unserer Redakteurin Michelle Lang steht mal wieder ein Geburtstag bevor. Zeit, Stellung zum Thema Anti-Aging zu nehmen, findet sie.

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Ach ja, das liebe Alter: Dieses Thema beschäftigt mich in den letzten Jahren (vor allem seit ich Ü30 bin) immer intensiver – besonders kurz vor meinem Geburtstag. Eigentlich möchte ich das gar nicht, da bei mir die Devise gilt: „Man ist immer so alt, wie man sich fühlt.“ (Klingt blöd, ist aber so.) Doch Zahlen spielen, gerade beim Thema Alter, in unserer Gesellschaft ja eine wichtige Rolle. Und zum Älterwerden gehört auch ein verändertes Aussehen, klar!
Doch wo man auch hinschaut, wird man mit jugendlichem Aussehen konfrontiert. Egal ob in Modezeitschriften, im Fernsehen oder im Internet: (Fast) überall sind nur Frauen mit toller, nahezu faltenfreier Haut zu sehen. Natürlich lässt mich das nicht kalt und ich erwische mich immer öfter dabei, wie ich klammheimlich meine Stirnfalten inspiziere und vergleiche, ob Freundinnen oder Kolleginnen schon ein paar Falten mehr als ich selbst haben.

„Anti-Aging" was soll das überhaupt heißen?"

Was mich auch beschäftigt, ist die brandheiße Frage, wie ich womöglich in fünf, zehn oder gar 20 Jahren aussehen werde. Spätestens an diesem Punkt kommt dann das Thema Anti-ging ins Spiel. „Anti-Aging“, was soll das überhaupt heißen? Nicht altern, das funktioniert doch gar nicht (naja, zumindest noch nicht). Und ist das überhaupt erstrebenswert? Ich finde nicht.
„Altern ist nichts für Weicheier“, das hat mir meine Mutter schon relativ früh eingebläut. Aber ehrlich gesagt möchte ich gar nicht mehr Anfang zwanzig sein. Heute fühle ich mich wohler in meiner Haut als jemals zuvor, da nehme ich die paar Falten gerne in Kauf. Trotzdem versuche ich natürlich so lang wie möglich fit und gesund auszusehen, mich gesund zu ernähren, viel zu trinken und meine Haut gut zu pflegen (denn man hat ja nur die eine). Auch bestimmte Cremes, die auf die Bedürfnisse meiner älter werdenden Haut abgestimmt sind, verwende ich gerne.

„Altern ist nichts für Weicheier."

Nichtsdestotrotz finde ich, dass die Erwartungshaltung, insbesondere an Frauen, in den letzten Jahren erschreckende Ausmaße angenommen hat. Nach außen hin wird propagiert: „Älter werden und cool bleiben“; innerlich geht es jedoch meist nicht so locker zu. In nicht wenigen Fällen lassen Alterserscheinungen Frauen in eine tiefe Sinnkrise stürzen – nicht mehr ganz jung, weniger attraktiv, weniger begehrenswert, weniger erfolgreich?
Auch aus diesem Grund sind kosmetische Eingriffe so begehrt wie nie zuvor – und die Patientinnen werden immer jünger. Ich selber lehne kleine Schönheitskorrekturen nicht grundsätzlich ab, bin aber doch nicht sicher, ob ich etwas an mir „optimieren“ lassen würde. Was ist, wenn es missglückt und ich mir danach fremd in meinem Körper vorkomme? Oder aber mich ganz toll fühle, auf den Geschmack komme und nicht mehr aufhören kann? Solche Ergebnisse haben wir alle schon oft genug im Fernsehen mit Kopfschütteln bestaunen können.
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt: Vielleicht verändert sich in Zukunft ja doch noch etwas an unserer Einstellung dem Alter gegenüber. Ein gepflegtes, frisches und waches Äußeres jedenfalls lässt uns jünger wirken, auch wenn man einige Falten hat. Es ist vor allem die Ausstrahlung, die wichtig ist! Schönheit entsteht nicht durch ein glatt gebügeltes Gesicht. Erst Gesichter, die den Charakter ausdrücken und eine Geschichte erzählen, machen uns charismatisch und schön. Diese Ansicht versuche ich mir jetzt ganz besonders zu Herzen zu nehmen. Geburtstag, du kannst kommen!

Unsere Autorin



Michelle Lang nimmt in ihrer Kolumne das Thema Anti-Aging genauer unter die Lupe.