Belastungsprobe Neurodermitis

Oktober 2016

Ständiges Jucken, gerötete Stellen – wohl dem, der nicht in der Haut eines Neurodermitis-Patienten steckt. Doch die vier Millionen Menschen, die in Deutschland unter der Hautkrankheit leiden, haben keine Wahl. Da ist die richtige Pflege ein unverzichtbares Muss.

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Sicher wurden Sie schon mal von einem Mückenstich geplagt.

Vielleicht hat Ihnen das Jucken sogar den letzten Nerv geraubt. Doch das – im wahrsten Sinne aufreibende – Gefühl, das viele nur als vorüber­gehendes Resultat einer Insektenattacke kennen, erleiden Menschen mit Neurodermitis in ganz anderen Dimen­sionen. Denn sie müssen mit der chronisch entzündlichen Hautkrankheit oftmals ein Leben lang auskommen. Ein ständiges Beherrschspiel zwischen Jucken und Kratzen – denn leider gibt es noch keine Heilung. Doch durch eine konsequente Hautpflege mit Salben oder Cremes gelingt es, die Symptome immer besser in den Griff zu bekommen.

In Deutschland leiden rund vier Millionen Menschen an Neurodermitis. Oft sind Kinder betroffen, die bereits innerhalb des ersten Lebensjahres erkranken. Für die Kleinen ist der Zustand des dauerhaften Juckens natürlich beson­ders quälend. Doch zumindest heilt hier vielfach die Zeit und die Krankheit verschwindet zur Einschulung oder in der ­Pubertät. Martina M. weiß, was ihre dreijährige Tochter Leonie durchmacht, wenn sie einen Neurodermitis-Schub erleidet – denn auch sie selbst hatte die Krankheit als Kind. „Das Schlimme ist der Teufelskreis, dass es vom Kratzen immer schlimmer wird. Das kann man einem Kleinkind natürlich noch nicht klarmachen“, sagt sie. Vor allem nachts juckt es oft am schlimmsten. „Dann ist man außerdem unausgeschlafen und das macht der Regeneration der Haut zusätzlich zu schaffen.“

Bei Patienten mit Neurodermitis, auch „atopische Derma­titis“ oder „atopisches Ekzem“ genannt, ist die Schutz­funk­tion der Haut geschwächt. Die Hautoberfläche verfügt nicht über einen ausreichenden Schutzfilm an fettenden Lipiden, sodass sie zu trocken ist und bei Reizen von außen überempfindlich reagiert. Dadurch kommt es leicht zu Entzündungen. Atopische Krankheiten (zu denen auch Allergien und Heuschnupfen zählen) können genetisch bedingte Neigungen des Immunsystems sein, welches gewissermaßen zu viel des Guten leistet. So ist im Fall der Neurodermitis die Überreaktion in Form von trockener und entzündeter Haut vor allem in den Ellenbeugen und Kniekehlen, an Nacken und Kopfhaut zu sehen. Diese Fehlfunktion kann vererbt werden, aber auch Umwelt­einflüsse können sie zum Ausbruch bringen. Dass sie seit einigen Jahren vermehrt auftritt, führen Experten auf ein übertriebenes Hygieneverhalten zurück.

Das Wichtigste für Betroffene ist: den Juckreiz zu bekämpfen.

Die Haut braucht vor allem Feuchtigkeit. In schubfreien Phasen eignen sich reichhal­tige Pflegeprodukte und eine rückfettende Hautreinigung, die hochverträgliche und milde Waschsubstanzen enthält. Duft- und Konservierungsstoffe sollten vermieden werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich zusätzlich eine Kontaktallergie entwickelt. Die Neurodermitis-Produkte von Avène können die Zahl der Schübe verringern. Die XeraCalm A.D Linie dient als Basispflege. Während eines Schubes kann dieCicalfate Wundpflegecreme verwendet werden, die mithilfe von Sucralfat das Abklingen von Entzündungen fördert. „Bei Leonie helfen am besten feuchte Umschläge. Manchmal verwenden wir dazu Cremes, manchmal auch Schwarztee-Umschläge.“ Auch das Avène Thermalwasserspray eignet sich hervorragend für Neurodermitis-Patienten, da es Hautreizungen lindert und beruhigend wirkt. Mit der richtigen Pflege gelingt es, dass die Hautsache nicht zur belastenden Hauptsache wird.

Weitere Informationen zum Thema Neurodermitis finden Sie hier.

Was sollten Neurodermitis- Patienten vermeiden?

  • 1

    Zu häufiges Waschen, da das die Haut austrocknet

  • 2

    Kontakt mit Allergenen, zum Beispiel Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilbenkot

  • 3

    Nahrungsmittelallergene, zum Beispiel Kuhmilch, Hühnereier, Weizen oder Soja

  • 4

    Irritierende Stoffe, zum Beispiel Wollkleidung

  • 5

    Kontakt mit Reinigungsmitteln, Duft- oder Konservie­rungsstoffen in Kosmetika

  • 6

    Klimafaktoren, wie extreme Kälte, Trockenheit oder Schwüle

  • 7

    Umweltgifte, wie Ozon, Dieselabgase oder Tabakrauch

  • 8

    Psychische Belastung und Stress