Tour de France

Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Reise durch Frankreich!

September 2016

Im Fokus stehen drei Städte, die definitiv einen Trip wert sind – denn die Grande Nation hat neben Paris noch viel mehr zu bieten. Vom Elsass geht es weiter an die Atlantikküste und abschließend ganz in den Süden ans Mittelmeer. Auf unserer ganz eigenen Tour de France geben Locals persönliche Einblicke in ihre Stadt, Geheimtipps inklusive. Dagegen kommt kein Reiseführer an!

Artikel lesen

Mein Straßburg

caro_strasbourg_icv2-83cb7ee606a062b49270a608162b6577
Caroline, Grundschullehrerin in Berlin, ist in Straßburg aufgewachsen

Auch wenn es sich ein bisschen nach Touri-Programm anhört – wer nach Straßburg kommt, sollte unbedingt die 332 Stufen des Münsters erklimmen, um die atemberaubende Aussicht zu genießen. Der Blick auf die Vogesen, den Schwarzwald und die vielen kleinen, verwinkelten Gassen der Altstadt ist einfach unbeschreiblich! Beim Bummeln rund um das Münster lohnt es sich, auch mal die großen Einkaufsstraßen zu verlassen und den Charme der typischen Bauweise und der Fachwerkhäuser zu bewundern. Auch zu empfehlen: das Viertel La Petite France zu Fuß erkunden und am Ufer der Ill entlangspazieren. Wer seine Füße etwas schonen möchte, steigt in eines der Bâteaux mouches (Boote). Hier fährt man zusätzlich am Europaparlament und am Euro­päischen Gerichtshof für Menschenrechte vorbei. Gerade an heißen Spätsommertagen ist eine Bootsfahrt wirklich eine willkommene und erfrischende Abkühlung! Zum Mittagessen gehe ich gerne ins ­L’Épicerie und gönne mir in gemütlicher Atmos­phäre eine leckere Tartine (üppig belegtes Brot) mit Salat (lepicerie-strasbourg.com). Am Wochenende gehe ich mit Freunden ins Restaurant La Cloche à Fromages. Hier gibt es alles, was das Käseliebhaber-Herz höher schlagen lässt (fromagerie-­tourrette.com)! Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein typisch elsässischer Flammkuchen. Wer ein Auto und etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, sollte auch mal das Zentrum verlassen und in eines der umliegenden Dörfer fahren. Dort schmeckt die Tarte ­flambée meist noch besser. Weinliebhabern empfehle ich die Cave Historique des Hospices de Strasbourg. Hier kann man eine Führung durch die alten Wein­keller von 1393 machen, an einer Weinprobe teilnehmen und die älteste Weinflasche der Welt bestaunen (vins-des­hospices-de-strasbourg.fr)! Wo man den besten Apéro in der Sonne genießt? Auf der Place du Marché-­Payot!

strassburg-promenade-ab0550c01e309cc7fbf2ea6f6f399178
Das Viertel La Petite France am Ufer der III
collage_strassburg-63b57292a9f3177c34df45678c948f48
Blick auf die Straßburger Altstadt (o.li.), Weinliebhabern ist eine Führung durch die alten Weinkeller von 1393 mit anschließender Verkostung zu empfehlen (o.re.), Aussicht während der Bootsfahrt (u.)

Mein Bordeaux

maren-c173d58248abfd5c2c37b608967e461b
Maren, Redakteurin und Musikerin aus Bentheim, hat während eines dreimonatigen Praktikums in Bordeaux gewohnt

Von Bordeaux war ich schon beim ersten Besuch begeistert. Besonders beeindruckt hat mich das vielseitige kulturelle Programm. Hier sollte man sich das Museum für zeitgenössische Kunst CAPC (capc-bordeaux.fr) sowie die Base sous-marine nicht entgehen lassen: In diesem ehemaligen deutschen U-Boot-Bunker gibt es ganzjährig Ausstellungen, Konzerte, Theater und Tanz. Wer Independent-Kino mag, sollte unbedingt einen Film im Utopia Saint-Siméon anschauen – das Kino ist in einer ehemaligen Kirche beherbergt. Die Geschichte der Stadt geht bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. Im Gedächtnis bleiben vor allem die präch­tigen hellen Gebäude aus dem 18. ­Jahrhundert, die man bei einem Spaziergang an den Quais entlang des Ufers der Garonne bewundern kann. Das Highlight: der faszinierende Miroir d’Eau an der Place de la Bourse mit seinen Spiegel- und Nebeleffekten. Der größte Wasserspiegel der Welt! Shopping-Queens wie ich kommen in Bordeaux nicht zu kurz: Die Haupt­einkaufsstraße Rue Sainte-­Catherine soll mit ihren 1,2 Kilo­metern die längste Fuß­gängerzone Europas sein. Mein Geheimtipp: der Concept Store Jane de Boy mit ausgewähl­ter Marken­kleidung und trendigen Accessoires.Frühstücken gehe ich am liebsten im ge­mütlichen L’oiseau Cabosse (30 rue Sainte-­Colombe). Da ist ­alles bio, es gibt selbst gemachte Pralinen und sonntags einen tollen Brunch. Für ein Picknick in der Mittagspause bietet sich der wunderschöne Jardin Public an, ein Park mitten in der Stadt. Einen bezahlbaren Wein in stilvoller Atmosphäre kann man in der Bar à Vin im Hôtel Gobineau genießen (baravin.bordeaux.com). Grundsätzlich muss man in Bordeaux natürlich ganz viel Bordeaux trinken – nirgends schmeckt er so gut wie hier, finde ich. Einen guten Blick über die Stadt hat man vom Turm Pey-Berland, der direkt neben der Kathedrale Saint-André in den Himmel ragt. Und wer mal raus aus der Stadt will, sollte unbedingt zur Dune du Pilat fahren, das ist die größte Düne Europas. Hochklettern, im Sand dösen, die Surfer beobachten und anschließend an der Plage du Petit Nice im Grillrestaurant Chez Aldo Moules frites (Miesmuscheln mit Pommes) essen. C’est magnifique!

bordeaux_essen-d4e07a904a75583794c3c55da2b285b0
Moules frites (Miesmuscheln mit Pommes) im Grillrestaurant Chez Aldo
collage_bordeaux-05e85bf98512395f8342f2d8d72accc5
Ausblick vom Tour Pey-Berland (re.), wer mal aus der Stadt will, sollte unbedingt zur Dune du Pilat fahren (o.re.), perfekt geeignet für einen Spaziergang: die Quais entlang der Garonne (u.re.)

Mein Marseille

matthieu-c26f2d49031d36341c868da67929da2d
Matthieu, waschechter Marseillais, Geschäftsführer von Kulte Vorsitzender der Maison Méditerranéenne des Métiers de la Mode in Marseille

Marseille ist flächenmäßig die zweitgrößte Stadt Frankreichs! Um sich einen guten Überblick über die Größe und Struktur der Stadt zu verschaffen, wandert man am besten hoch zur Notre-Dame de la Garde, dem Wahrzeichen von Marseille. Die Aussicht ist einfach unbeschreiblich! Beim Abstieg sollte man auf jeden Fall am Vieux Port, dem alten Hafen, vorbeigehen und durch das Panier, das älteste Viertel von Marseille, flanieren – bis hin zum Eingang des MuCEM (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers) beziehungsweise des Fort Saint-Jean. Diese atem­beraubenden Gebäude kann man kaum verfehlen. Anschließend spaziert man auf der Corniche Kennedy am Meer entlang – vorbei am Viertel Pointe-Rouge bis zum Stadtrand. Den garantiert schönsten, post­kartenreifen Sonnenuntergang bekommt man im Viertel Les Goudes zu sehen. Hier empfehle ich, zum Apéro einen für Marseille so typischen Pastis zu trinken und später bei Paul im Restaurant Auberge du Corsaire (35 rue Désirée Pellaprat) vor traumhafter Kulisse zu essen – allem voran natürlich Fisch und Meeresfrüchte, klar! Wer danach noch einen Absacker trinken möchte, geht in die Bar Sunlight ­S­ocial Club (29 A, rue ­Bou­douresque). Hier versammeln sich Locals, Touristen und Seeleute auf einen leckeren Rum-Cocktail. Mein Lieblingscafé ist übrigens mein eigenes: das Café Kulte Rive ­Droite Marseille (8 rue de la Loge): Boutique, Café, Coworking Space und Musikstudio in einem. Hier haben wir einfach alles vereint, was wir mögen (cafekulte.com)! Shoppen gehe ich gerne im Jardin Montgrand (35 rue Montgrand). Dieser Concept Store erinnert an eine moderne Galerie. Das Tolle: Man findet hier auch ausgewählte Stücke von einheimischen Designern!

marseille_hafen-ab6fda84f2c030a255f1e4daf7718485
Der Hafen von Marseille mit Blick auf die Notre-Dame de la Garde
collage_marseille-f61a58fff21fb4f73e27a3eeb209fa4d
Postkartenmotive lassen sich am besten im alten Hafen einfangen (li.), das MuCem bietet alles für Kulturinteressierte (re.)