Verschärfte Selbstfindung

Dezember 2015

Männer und Kosmetik – das schien bis vor einigen Jahren noch gar nicht zusammenzupassen: Morgens ein bisschen Wasser ins Gesicht, ab und zu rasieren und ein Spritzer Aftershave auf die glatten Wangen – fertig war der „gepflegte“ Mann. Heute sieht das (meist) ganz anders aus: Männer, gerade jüngere, sind beautyaffiner als jemals zuvor. Pflege jenseits von Aftershave, bei Männern Grooming genannt, boomt. Doch wie kam es zu diesem Wandel? Was sind die Trends und unterscheidet sich die Männerhaut von der ihrer vermeintlich besseren Hälfte? Wir haben die Antworten.

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Laut einer Studie brauchen Männer morgens angeblich circa 30 Minuten, um sich fertig zu machen – fünf Minuten länger als die durchschnittliche Frau. Ein erstaunlicher Wert, der vielleicht mit Rasur und vermehrter Bartpflege erklärt werden kann, aber vielleicht auch damit, dass Männer (meist heimlich) verstärkt zu kleinen Beauty­-Helfern wie Anti-Aging-Produkten, Peelings oder Abdeckstiften im Bad greifen.

Aber woran liegt es, dass Männer sich heute viel mehr Gedanken um ihr Äußeres machen und dementsprechend viel Zeit dafür investieren?

Der Wunsch, attraktiv, gepflegt und sportlich auszusehen, ist wichtiger geworden, nicht nur, um seinem Partner oder potenziellen Partner zu gefallen, sondern auch um im Job eine gute ­Figur zu machen. Dabei sind die männlichen Schönheits­ideale weltweit recht unterschiedlich: Während man in den USA auf echte Kerle mit Bart und tiefer Stimme steht, zieht man in Asien den schlanken Typ mit weichen ­Gesichtszügen vor, der auch vor Make-up nicht zurückschreckt. Erfolgreiche türkische Telenovelas zelebrieren den weich gestylten, romantischen Mann, während gerade in Südamerika der Macho immer noch hoch im Kurs steht. Bei uns dominieren attraktive, gepflegte „Supermänner“ die Werbung. Männer, bei denen sich ein Baby auf der durchtrainierten, enthaarten Brust wohl­fühlen könnte. ­Männer mit gepflegtem Dreitagebart, ein bisschen kernig, ein bisschen sanft, Kategorie neuer Mann, „Supermann“, Typ „Kavalier“, aber in jedem Fall von Kopf bis Fuß super gepflegt. Männer wie der britische Ex-Fußballer und Trendsetter David Beckham. Kein anderer verkörperte und prägte den Begriff der Metrosexualität (zusammen­gesetzt aus englisch „metropolitan“ und „hetero­sexual“) so sehr wie er. Nachdem er beispielsweise einmal mit lackierten Fingernägeln gesichtet worden war, brach ein regelrechter männlicher Run auf Nagellack los. Dabei handelte es sich aber (glücklicherweise) nur um ein kurzes Strohfeuer.

“Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht, außen hart und innen ganz weich, werd’n als Kind schon auf Mann geeicht. Wann ist ein Mann ein Mann?”

Herbert Grönemeyer

Seit Kurzem ist jedoch in den hippen Metropolen Brooklyn oder Berlin-Mitte ein neuer Trend auszumachen: junge Männer, die wie echte Kerle aussehen, sich aber trotzdem akribisch pflegen. Charakteristika: Vollbart, großflächige Tattoos, Brustbehaarung, Karohemd und Jeans. Lumber­sexuals (von englisch „lumberjack“ – Holzfäller) nennt man sie. Hierüber denken Frauen ganz unterschiedlich. Die einen sind begeistert und feiern die Rückkehr des Männlichen, die anderen sehen darin nur eine neue Form eines egoistisch-­narzisstischen Hipsters, der um jeden Preis auffallen will. Soziologen zufolge ist der Bart jedoch in jedem Fall ein Zeichen verschärfter Selbstfindung.

Ob nun echter Kerl oder Hipster – ein schöner Bart braucht Pflege.

Gut für die fast schon in Vergessenheit geratenen Barber Shops, die gerade ein echtes Revival ­erleben. Auch Bartpflege-Kosmetiklinien und spezielle Pflegeprodukte für Männer werden immer gefragter. Aber was macht Männerhaut eigentlich so besonders und ­warum sollte ER sich nicht länger am Cremetopf seiner Liebsten bedienen, sondern ein eigenes Produkt besitzen?

Männerhaut ist rund 20 Prozent dicker als die von Frauen und ­produziert genetisch bedingt mehr Talg, sodass mehr Feuchtigkeit gespeichert werden kann. Dies hat zur Folge, dass die Haut gegenüber Umwelteinflüssen wie Kälte oder Sonne unempfindlicher ist. Aus diesem Grund setzt auch die Hautalterung später ein als bei Frauen. Ein weiterer Unterschied: Männerhaut ist von Natur aus öliger und ­somit auch großporiger als die von Frauen. Deshalb eignen sich leichte, fettfreie Emulsionen oder Gele besser für den Mann als reichhaltige Cremes. Das bedeutet jedoch nicht, dass die männliche Haut vollkommen unempfindlich wäre. Im Gegenteil: Bei der Nass­rasur kann es beispielsweise zu Reizungen, Austrocknungen oder Pusteln kommen, sodass die Haut nach der Rasur einer speziellen Pflege bedarf. Alle diese Aspekte zeichnen Männerpflege aus. Aber nicht nur Wirk- und ­Inhaltsstoffe wollen auf den Mann abgestimmt sein, auch das Packaging und der Geruch sollen ihren Bedürfnissen entsprechen – verspielte Flakons oder zu blumige Düfte sind hier fehl am Platz. Mann ist Mann und das wünschen sich schließlich auch Frauen!

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