Von Action bis Besinnlichkeit

Der Winter bietet einfach alles!

November 2016

Was genau das für ihn bedeutet, beschreibt unser Autor Sebastian Fuchs.

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Ich liebe meine Winterklamotten! Meinen dunkelbraunen Mantel, meinen kuscheligen Pullover aus Angorawolle, den ich an Silvester im letzten Jahr in Paris gekauft habe und der mich in jeder noch so kalten Nacht warm hält, und natürlich meine rote Mütze, meine bunten Strickschals und noch viel mehr. Spätestens im Oktober juckt es mich, endlich die warmen Sachen vom Dachboden zu holen und meinen Kleiderschrank wieder mit einigen meiner absoluten Lieblingsteile zu füllen. Es ist fast so, als würde ich mich auf die Kälte freuen. Und das stimmt sogar ein bisschen. Ich mag den Winter nämlich wirklich! Ich weiß noch gut, wie ich einmal für ein Jahr in Los Angeles gewohnt habe und wie leer und unbefriedigend ich die Weihnachtszeit dort unter Palmen erlebt habe. Genau wie Sommer, Frühling und Herbst gehört für mich der Winter einfach dazu. Von allen Jahreszeiten ist die kälteste sogar meine liebste!

Ohne Winter, oje ... Was würde mir nicht alles fehlen?

Die gedämpfte, fast schon zeitlose Stimmung, die immer beim ersten Schnee aufkommt – selbst in der Großstadt. Das knirschende Geräusch, das er macht, wenn meine Winterstiefel darin versinken, die Frische und Klarheit, die nur ein sonniger, klirrender Januartag haben kann, das wohlige Unter-der-Decke-Kuscheln und natürlich die Weihnachtsmärkte! Für mich zeigt sich Deutschland in der Adventszeit immer von seiner romantischsten Seite. Wenn die Fußgängerzonen wunderbar geschmückt sind, die Schaufenster mit der Weihnachtsbeleuchtung um die Wette strahlen, alle für ihre Liebsten das richtige Geschenk suchen und man sich noch auf einen Glühwein mit Freunden trifft, finde ich meine Heimat immer besonders liebenswert.

In der schönen kalten Jahreszeit wird mir überhaupt immer bewusst, wie wichtig es für mich ist, Zeit mit guten Freunden und meiner Familie zu verbringen. Sobald es draußen ungemütlich wird, gibt es endlich wieder die Gelegenheit für ausladende Kochabende und lange Gespräche im kuscheligen Café. Wenn der Sommer für Geschwindigkeit und Unterwegssein steht, bedeutet der Winter Entschleunigung und, ja, auch einfach zu Hause zu sein. Ich verbringe dann immer sehr gerne Zeit in meiner eigenen Wohnung. Das kommt nämlich oft zu kurz und macht doppelt Spaß, wenn es draußen dunkel und manchmal auch richtig kalt ist. Mit Tee und einem guten Buch einfach mal wieder nichts tun, ein langes Bad nehmen und mir Zeit für mich nehmen. In den letzten Jahren habe ich außerdem die vegetarische Winterküche für mich entdeckt und experimentiere viel. Frei nach dem Motto „Kraut und Rüben“ bietet gerade das saisonale Wintergemüse unendlich viele Möglichkeiten. Eines meiner absoluten Lieblingsgerichte ist mittlerweile Rote-Bete-Risotto. Super-einfach und sehr lecker!

Aber nicht dass wir uns falsch verstehen!

Spätestens im neuen Jahr, vielleicht sogar schon Ende Dezember, steht auch bei mir wieder Action auf dem Programm. Dann nämlich, wenn ich dem Ruf der Berge nicht mehr standhalten kann und es endlich wieder heißt: Skiurlaub! Das Allergrößte für mich: morgens in der frostigen Kälte zum Lift zu laufen und mich tagsüber in wunderschöner Natur – am liebsten im sonnenverwöhnten Verbier in der Westschweiz – auszupowern. Später dann so glücklich und zufrieden, wie man es nur mit schweren Beinen nach ausgiebigem Skifahren sein kann, den Abend bei Käsefondue und Weißwein vor dem Kamin ausklingen lassen – das intensive Licht des Tages noch auf der Haut.

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